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Ein Ort unterm Himmel

Jochen Kelter

Ein Ort unterm Himmel

Leben über die Grenzen

Essays und Texte

Frauenfeld 2008

lektur (le)

Broschur. 154 Seiten

ISBN 978-3-03740-385-3

Preis CHF 23.00

Preis EUR 21.00

 

Hier geht es um Heimat in vielfältigster Form: gewählte Heimat, verlassene Heimat, entfremdete Heimat, Sehnsucht nach Heimat, Enttäuschung über die Heimat, das Finden einer Heimat, Heimat im Plural.
Nachdem sich Jochen Kelter in dem Essay-Band Ein Vorort zur Welt (2007) mit seiner Schweizer Wahlheimat kritisch und zugleich liebevoll auseinandergesetzt hat, beschäftigt sich der in Köln geborene Autor in diesem zweiten Band mit Deutschland und Frankreich, seinen Herkunfts- und Wohnländern. Das Studium in Konstanz ab 1968, das Berufsverbot wegen mangelnder Verfassungstreue 1974, das jahrzehntelange Pendeln zwischen dem Schweizer Thurgau und Paris – diese und andere Lebensstationen werden in den Essays dieses Bandes behandelt. Der Kampf gilt Verdrängung und Scheinheiligkeit, die Sehnsucht dem Gefühl, zu Hause zu sein, nach Hause zu kommen. Poetisch bis provokant, anklagend bis versöhnlich schildert Jochen Kelter sein Leben über die Grenzen. Denn Grenzen, die ein Heimatgefühl vom anderen trennen wollen, kann er nichts abgewinnen. Er wohnt an einem Ort unterm Himmel – verbunden mit der Welt, grenzenlos.

Band I: Im Herbst 2007 erschien der erste Band dieser Reihe mit Essays und Texten von Jochen Kelter im Waldgut Verlag: Ein Vorort zur Welt (2007).
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Pressestimmen:

Unbequemer Zeitgenosse.
«Er war aufsässig schon, als er, Jahrgang 1946, von Köln her 1968 an die Uni Konstanz kam, und aufsässig, unbequem und kritisch ist er, zum Glück, geblieben, auch wenn er mittlerweile an Distanz und Gelassenheit wohl einiges dazugewonnen hat. Aber in den 14 Aufsätzen, Essays und Berichten, die, zwischen 1982 umd 2007 entstanden (...) sind, zeigt sich doch, dass die polemische Kraft, die Lust zur Satire, die Neigung zur kritischen Reflexion ungebrochen und produktiv sind. (...) Kelter hat für seine Widerborstigkeit dann und wann den Preis zahlen müssen; gerade darum findet er auch liebevolle Worte für das Dorf, in dem er lebt und schreibt, seinen ‹Ort unterm Himmel›. So belustigt man als Leser die Streitlust des Schriftstellers verfolgt, so angetan ist man handkehrum von seiner Nachdenklichkeit.» Der Bund, Bern

Vierzehn Texte über die Heimat: wohltuend und befreiend.
«(...) Kelters Textrepertoire in dem neu erschienenen Band reicht (...) thematisch von der regionalen Provinzialität mancher bekannten Bodenseesiedlung über die monogame Medienlandschaft bis hin zu manch pseudowissenschaftlichem Gebaren an besagter Bildungsstätte und dem Kaleidoskop des Eigenen und des Fremden. Kelter schöpft aus Erinnerung und Beobachtung, die er zu Sinnbildern menschlicher Befindlichkeit ziseliert. Er erschafft aber auch Fiktionen, ausgehend von einem Rückblick in die Geschichte, die er mit Leben füllt. (...)» Idorothee Kaufmann, Thurgauer Zeitung

Über die Grenzen in die Welt.
«(...) Wenn ‹Leben über die Grenzen› im Untertitel von Jochen Kelters jüngster Publikation steht, so ist dies niemals ein ‹Leben jenseits der Grenzen›, sondern eher instrumental zu verstehen: eine Erfassung des Lebens anhand der sie umziehenden Grenzlinien. Die geistigen und politischen Grenzen, die Kelter behandelt, sind Konturen des Bildes und der Vorgänge, die der Autor sichtbar machen will, sie sind die Markierungslinie unserer Lebensstrukturen. Jochen Kelter beschwört also niemals eine exotistische und im Grunde touristische Welt der Grenzenlosigkeit, sondern skizziert mit seinen literarischen Strichen ein Schaubild der Entwicklungen unserer Lande. Dennoch: Gerade über die Grenzen ist Jochen Kelter ein Dichter der Heimat. Kelter schaut auf die Orte und auf deren geistespolitische Strukturen, um darin zu enthüllen, wie sehr wir in unserer öffentlichen Wahrnehmung diese Plätze zu Schein-Orten in touristischem Geiste stilisieren.» Südkurier, Region Konstanz

«Die Stadt, die keine ist, am Meer, das keines ist ( ... ) ist einer der schönsten Texte in dem neuen Buch - der auch zeigt, dass Jochen Kelter nicht nur scharfsinnig Zeitgeschichte analysieren kann, sondern auch über eine reiche poetische Sprache verfügt. Am Ende heißt es melancholisch: 'Wir sind von allem nichts und darum mehr: der Schein, das Licht, das schmerzhaft wird, das Wasser, das uns trennt, die Hügel, die unser Leben aufheben wie eine Bewegung von Wellen. Die Möwen über Land. Was wir haben, besitzen wir nicht. Was wir besitzen, entgleitet uns. Was wir sehen, ist Erinnerung. Was wir festhalten, nimmt ab. Hier könnten wir es lernen. Hier wie nirgends sonst. Aber es scheint, als lernten wir nichts.'» Matthias Kußmann, Allmende

 

 
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