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Vom Süden her kommt ein Herz auf Stelzen

Werner Gadliger und Nora Iuga

Vom Süden her kommt ein Herz auf Stelzen

Fotografien und Gedichte

Frauenfeld, 2011

Kunst und Text (KuTe)

Klappenbroschur, 21 x 22 cm, 96 Seiten

ISBN 978-3-03740-102-6

Preis CHF 29.00

Preis EUR 27.00

 

Werner Gadliger ist das Gegenteil eines Fotoreporters, der in fremdem Auftrag ein vorgegebenes Thema ablichtet. Vielmehr ist er eine Art Flaneur der die Kamera dann zur Hand nimmt, wenn ihm der Zufall flüchtige Bilder zuspielt, die er aus irgendeinem Grund unbedingt festhalten möchte. Unterwegs entdeckt und fotografiert er Dinge, die ihn berühren, neugierig machen, faszinieren. Er richtet den Fokus auch auf das Formale, spielt mit Natur und Architektur, choreografiert Menschen in ihrer Umgebung, macht etwas sichtbar, das erst in seinem Ausschnitt unvermutet Bedeutung gewinnt. Gadligers individuelle Bilderwelt setzt sich aus einer Vielfalt eingefangener Momente zusammen, die als Fotografien universale Aussagekraft entwickeln.

Nora Iuga ist eine eigenwillige Dichterin. Sie schreibt noch immer unentwegt, Prosa und Gedichte, „diese ungebärdigen, sinnlich prickelnden Texte“, wie Werner Morlang sie treffend nennt. Alter heißt für Nora Iuga nicht Zurücklehnen und den verdienten Ruhm genießen, den sie gerade auch im deutschen Sprachraum in den letzten Jahren erlangt hat. Nein, er wird von ihr vielmehr „als Möglichkeit genutzt, sich von Befangenheit und Konventionen loszusagen und einer entfesselten Imagination die Zügel schießen zu lassen“.

Zwischen den Texten der Lyrikerin und den Bildern des Fotografen manifestiert sich eine verblüffende Wechselwirkung. Sowohl Nora Iugas wie Werner Gadligers Arbeiten ist eigen, dass sie einen verstörenden Zeitgeist heraufbeschwören, Erlebtes verdichten, dem Individuum in der globalen Verlorenheit nachspüren, Brüche und Übergänge thematisieren, die Poesie im Alltäglichen sichtbar machen, über Grenzen blicken – Grenzen zwischen Ahnung und Erinnerung, Leben und Tod, Realität und Traum. Schreibend und fotografierend erschaffen sie magische Momente, die im vorliegenden Band in einen Dialog miteinander treten.

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12 Gedichte von Nora Iuga, 67 S/W-Fotografien von Werner Gadliger
gedruckt auf 150 g/qm Bilderdruck Gardapat kiara holzfrei matt mit 1,3 Vol, naturweiß

Die Gedichte wurden von Ernest Wichner und Dana Ranga aus dem Rumänischen übersetzt
Nachwort zu den Fotos: Fritz Franz Vogel
Nachwort zu den Texten: Werner Morlang

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Pressestimmen

«Als Fotograf steht Gadliger in jener grossen Schweizer Tradition, die Poesie mit Exaktheit, den raschen Blick fürs Ungewöhnliche mit der geduldigen Arbeit in der Dunkelkammer verbindet. Für sein neuestes Buch mit Schwarzweissbildern aus den verschiedensten Weltgegenden hat er sich mit Nura Iuga zusammengetan, der Grande Dame der rumänischen Lyrik. Sie ist 80 Jahre alt und kein bisschen weise; ihre Verse überzeugen durch eigenwillige Dynamik und tabulose Neugier. Alles in ihnen ist Fluss. Im Dialog mit Gadligers Kunst, die den magischen Moment aufs Papier bannt, entfaltet sie ihren ganz eigenen Reiz.» Manfred Papst Neuer Zürcher Zeitung

«Eine erstaunliche Wechselwirkung gehen die Fotografien des Berners Werner Gadliger und die Gedichte von Nora Iuga ein, der Grande Dame der rumänischen Lyrik. Der Mensch ist bei beiden der Hauptakteur, beide spüren der Poesie im Alltäglichen nach, beide blicken mit einer gewissen Weisheit auf ihre Welt. Doch Nora Iuga schreibt alles andere als Alterslyrik, auch wenn das Altern und das Alter überall präsent sind und der Tod, ein seltsamer Rotschopf, bisweilen aufflackert, sanft wie Laternenlicht.
Die Liebe ist Nora Iuga Thema, sie spannt sich zwischen das Gestern und das Jetzt, sie ist rote Gier oder destruktiv wie eine Säge. Die Autorin gibt sich ungebärdig und sinnlich, lässt Zeitebenen aufeinander prallen, schneidet Metaphern und Traumsequenzen zwischen ihre Verse. Die Rösselsprünge, die sie macht, so ahnen wir, müssen in ihrem eigenen Leben stattgefunden haben.
Werner Gadliger ist alles andere als ein Reporter. Er ist nicht nur Fotograf, er radiert und zeichnet auch, und die Nähe zur Kunst zeigt sich auch in Aufnahmen von Künstlern wie Roman Signer, Carl Bucher, Dieter Roth oder Erica Pedretti. Er flaniert mit der Kamera durch die Stadt, die ihm Bühne ist: Zürich (wo er lebt), aber auch Wien oder Ascona oder New York. Gadligers Blick gilt dem Leben, das sich in flüchtigen Augenblicken offenbart; ihn interessiert nicht der Schein, sondern das Unscheinbare; er macht sichtbar, was erst durch sein Auge an Bedeutung gewinnt. (...) Werner Gadliger macht Bilder im Vorübergehen, hält das Unwiederbringliche fest, das so wichtig wird, dass es nach Poesie aussieht.» Dieter Langhart Thurgauer Zeitung

«‹Vom Süden her kommt ein Herz auf Stelzen› – hinter diesem schönen Titel steckt ein Buch, eines mit Fotografien aus aller Welt, in verschiedenen Jahrzehnten aufgenommen – und gleichzeitig eines mit Gedichten, geschrieben vor nicht allzu langer Zeit. Hinter Fotografie und Lyrik wiederum stecken zwei verwandte Seelen. (...) Mit dem Zürcher Künstler und Fotografen Werner Gadliger und der rumänischen Dichterin Nora Iuga haben sich zwei zusammengetan, die mit offenen Augen und freundlichen Herzen durchs Leben gehen. (...) Iugas Gedichte bestechen durch Schönheit, Rätselhaftigkeit, surrealen Charme. Und obwohl die Gedichte im vorgestellten Bildband aus der Feder einer nach Jahren älteren Frau stammen und auch wiederholt den Tod zum Thema haben, sind sie frech, progressiv und sehnsüchtig. Dazu passen Werner Gadligers Fotografien: Auch hier darf gerätselt werden. Man kann das Rätsel aber auch Rätsel sein lassen und einfach die Poesie der Bilder auf sich wirken lassen.» Susanne Holz Neue Luzerner Zeitung

 

 
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