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Vermessungen, Vermessenheiten

Wieland Grommes

Vermessungen, Vermessenheiten

Kartografische Fragmente

Waldgut Verlag, Frauenfeld 2010, 2011

lektur (le)

Broschur. 80 Seiten

ISBN 978-3-03740-372-3

Preis CHF 18.00

Preis EUR 16.00

 

Das Thema Kartografie ist unerschöpflich, und Abhandlungen über seine Geschichte füllen ganze Bibliotheken. Wieland Grommes durchwandert unverzagt und querfeldein das weite Feld der Kartografiegeschichte. Dabei fördert er Anregendes wie Erstaunliches, Kurioses wie Außergewöhnliches zutage, das er in lockerer, abwechslungsreicher, Neugier fördernder (Un-) Ordnung präsentiert.

Etwa die galanten «Cartes du tendre», die französischen Landkarten der Zustände, Stadien und Riten der Liebe aus dem siebzehnten Jahrhundert, die mittelalterlichen «mappae mundi», auf denen die Welt embryonal eingekrümmt auf ihre eschatologische Geburt und Entfaltung wartet, oder Karten, die bei Wieland Grommes unter die Rubrik «Karten, die es nicht geben dürfte» fallen, weil sie in erstaunlicher Genauigkeit Orte und Zustände dokumentieren, die ihren Zeichnern eigentlich nicht bekannt sein konnten. So verzeichnet etwa eine türkische Karte aus vorkolumbianischer Zeit geografische Details Nord- und Südamerikas, und auf der ptolemäischen Nordkarte von 170 n. Chr. ist der exakte Zustand der Vereisung Europas zur letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren dargestellt.

«Vermessungen, Vermessenheiten» stand auf der Hotlist 2010 - Preis der Independentverlage.

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Pressestimmen

«Welches Potenzial gerade in der Verbindung zwischen Empirie und assoziationsfreudiger Fantasie liegt, ist jetzt in einem Essay nachzulesen, der bereits im Titel entzückt: ‹Vermessungen, Vermessenheiten. Kartografische Fragmente›. Der kleine, feine Waldgut Verlag hatte sich bereits mit seinen Übersetzungen des intelektuellen Nomaden Kenneth White Meriten erworben, nun zeigt der dank Wieland Grommes erneut, welch innovatives Denken und Schreiben gerade an der vermeintlichen Peripherie gedeiht. Grommes weiß nämlich alles über Kartografie (...). Er enthält sich weitschweifiger Kommentare, der Leser aber kann nicht umhin, beides zu bewundern: die spekulative Neu- ebenso wie die penible Nachzeichnung, da doch beides ‹künstlich› ist und der Indifferenz der Elemente abgerungen. Vielleicht gibt es sie ja tatsächlich, diese Poesie des Exakten – umso zauberhafter, als sie sich gänzlich spröde gibt.» Marko Martin, mare

«In der typografisch berückend gestalteten Waldgut Lektur Publikation ‹Vermessungen, Vermessenheiten› erzählt Wieland Grommes bewusst ungeordnet Kurioses aus der Kartografiegescheschichte. (...) Heute hat das GPS Karten und Atlanten nahezu überholt. Oder doch nicht? Grommes beschließt dieses amüsante Büchlein mit dem Erlebnis einer Autofahrerin, die vermutlich wegen eines Eingabefehlers, nicht in Puttgarden auf Fehmarn, sondern im 400 Kilometer entfernten Putgarten auf Rügen landete.» Richard Butz, Saiten

«Den Leser erwartet auf 112 Seiten eine höchst interessante und anspruchsvolle Auseinandersetzung mit der Geodäsie und der Kartographie, und zwar in der Tat in Fragmenten, wie es der Untertitel andeutet. Wie aus kleinen, kurz eingeschalteten Scheinwerfern fällt das Licht, unter dem der Autor seine Betrachtungen anstellt, auf viele kleine Facetten des Berufsfeldes. Dass diese «Spotlights» jemand sozusagen von außen einschaltet, der nicht selbst Geodät oder Kartograph ist, macht dies besonders spannend und fasziniert den fachkundigen Leser. Das Werk ist gegliedert in kurze Abschnitte, deren einleitende Überschriften das jeweilige Thema eröffnen. (...)
Neben dem wirklichen Vergnügen, diese Kapitel zu lesen, kommt auch das ästhetische Vergnügen dazu: Eine Kartenvignette steht immer am Anfang eines Abschnittes, das Satzbild der Abschnitte ist sehr abwechslungsreich gestaltet und nimmt manchmal Anleihen an der Gestalt der Erde, ist manchmal an geometrischen Figuren, z. B. an Meridianstreifen angelehnt, ab und zu zweispaltig, und immer wird ein Abschnitt von einem dickeren Punkt in Form einer kleinen Erdkugel beendet. Das ist graphisch ansprechend und entspricht der Wertigkeit des kleinen Buches.
Während sich einzelne Buchsequenzen mit speziellen technisch-mathematischen Problematiken der Kartographie und der Vermessung auseinandersetzen, andere eher anekdotischen Inhalts sind, greifen manche der Kapitel philosophische oder literarische Gedanken zum Themenkreis auf. Dadurch ist das Buch bei allem Tiefgang auch sehr kurzweilig und anregend. (...) Das Buch ist für bibliophil veranlagte Leser ein Hochgenuss und genau für solche Menschen auch ein ideales Geschenk.» Martin Fettke, Zeitschrift für Vermessungswesen

«Mit Wieland Grommes’ «Vermessungen, Vermessenheiten» ist es noch nicht lange her, dass dem Assoziationskomplex der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche Gastrecht gewährt wurde. Grommes präsentiert seiner Leserschaft auf über 80 Seiten, wie reichhaltig und faszinierend das Feld der Kartografiegeschichte sein kann. In diesem nach ansprechenden ästhetischen Kriterien gestalteten Broschurband werden technische, philosophische und literarische Motivfacetten behandelt. Fachkundigkeit erweist sich als oberstes Gebot. Der Autor Grommes – Germanist, Romanist, Dramaturg, Übersetzer und Maler – stellt seine Vielseitigkeit unter Beweis. Er fasziniert mit imaginären thematischen Ausleuchtungen, mit poetisch künstlerischen Reflexionen rund um den Darstellungsgegenstand der Kartografie. Trotz des fragmentarischen Charakters der Mini-Abhandlungen bleiben Essenz und Aktualität der Auseinandersetzung erhalten. Die Abteilung «waldgut lektur essay» weckt hier gekonnt bibliophile Leidenschaft. » János Stefan Buchwardt, Thurgauer Zeitung

 

 
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