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Jan Erik Vold

Zwölf Meditationen

Neue Gedichte. Aus dem Norwegischen von Walter Baumgartner

Frauenfeld 2008

Lyrik & Aphorismen (LA)

Broschur. 184 Seiten

ISBN 978-3-03740-375-4

Preis CHF 5.00

Preis EUR 5.00

 

In der modernen skandinavischen Lyrik ist der Norweger Jan Erik Vold einer der populärsten Dichter, einer der innovativsten, einer der erfolgreichsten auch. Nach «Von Zimmer zu Zimmer» (Walter Verlag 1968), «Cirkel, Cirkel» (Waldgut Verlag 1988) erscheint nun sein drittes Buch in deutscher Sprache: dreistrophige Meditationen zu zwölf Gedichten, kongenial übersetzt vom Skandinavisten Walter Baumgartner.

Das kann nur Jan Erik Vold: Sprachmusik, kritische Aussage, Sprach- und Denk-Neuland, eigenständige Bilderfahrung, hintergründigen Humor und gedankliche Ernsthaftigkeit zu federnden, transparenten sogenannt einfachen Texten arbeiten, die als leichtfüßige Gedichte unter die Leute gehen – mit oder ohne Jazz.

Bunt oder eben meditativ wirkt der Dichter Geschichte, Gegenwart, Zukünfte, Gefühle, Nüchternes, Erfahrungen, Visionen zu begeisternden Sprachlandschaften, deren Suggestion schwer zu entkommen ist. Man kann und darf also in deutschsprachigen Landen nach neunzehn Jahren erneut Jan-Erik- Vold-süchtig werden.

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Eine Leseprobe:

UNSERE
Hände
waren feucht. Der Lippenstift hieß
Sans.

Egal. Ein Mann
kletterte eine Neonleiter hinauf
bis zuoberst
aufs Hausdach. Unsere Herzen

schmolzen. Im Kino
dunkel. Schmolzen
im Kinodunkel. Das Dunkel im Kino
Central.

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Pressestimmen:

«Jan Erik Volds Poesie lebt von der Tatsache, daß in den kleinen Fragen immer auch die großen mit aufgehoben sind. Er zupft daran, aber er zuppelt nichts zurecht. Das Lapidare scheint auf, wenn man das Spektakel wegdenkt und niemand weiß mehr als die Stille. Erkenntnisse auf knappem Raum, Fragen in unbefragtes Gebiet hinein geknüpft an ungewöhnliche Bilder. (...) Anscheinend traurige Gewißheiten formulieren sich als Frage, Meditationen nennt er das. Aber auch Erinnerungen bis in die Kindheit, als die Nazis das Land heimsuchten, short stories von Bolzerei und Tanzkurs, heranwachsendes Tasten im Dunkel des Kinos, das Fahrrad klickt sich in die Spur der Straßenbahn ein – Momente aus der eigenen Zeit, dahingestellt und offen gelassen. Liebe als magnetisches Geschehen – das ist nicht neu, aber Vold beschreibt sie unpeinlich anhand von Spänen, die sich nach ihren Polen ordnen. Seine Stärken liegen im Szenischen, dem Aufriß und dem Bildgefrieren. Dort wie von selbst in Frage gestellt: der Mensch.» Frank Milautzcki, Fixpoetry (Lesen Sie die gesamte Rezension auf www.fixpoetry.com)

 

 
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